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Auch das ist Laufen!

Der 15 Januar 2013

Endlich ist es soweit, seit etlichen Tage schwirrt mir ein Abenteuer im Kopf herum, wohl bemerkt im Kopf und weniger in den Beinen, lächelt zurückhaltend.
Der Winter mit seinen Einschränkungen durch Erkältung und Winterschlaflastigkeit bremsen die Lauflust ja doch schon gelegentlich.
Ich träumte also von einem Lauf im Schnee, möglichst mit Sonne und einem dicken Batzen Freude :-) ein Weg der mir nicht fremd war und entsprechend einzuschätzen. Eine Strecke über die Schwarzwaldberge ...
Ahhhhh da fiel es mir ein, Jakobsweg ... eine Etappe des Westweges, welcher von Pforzheim nach Basel führt. Jawoll !!!! Das sollte es sein!!!

Um 10.30 startete ich alleine (ohne Frank) auf einen Lauf der besonderen Herausforderung. Es sollte eine Tour werden die ich schon mal gewanderlaufen bin und zwar vor 1,5 Jahren in den Anfängen meines Laufens und kurze nach dem Tod meiner Mom. Damals hatte ich gerade die Schulter OP hinter mir, lächelt. Es war damals ne riesen Herausforderung und regnete, war matschig mit Null Sicht.
Ca. 25 Km mit 1500 Höhenmetern 8-) und super durchgebracht.

Heute also die gleiche Strecke nur unter anderen Bedingungen ;-)  
Meinen Rucksack hatte ich mit viel Bedacht gepackt. Bei einer Wetterlage wie der Gegebenen und zu erwartenden ist Leichtfertigkeit der größte Fehler den ich mir antun könnte. Was muss also mit ….. 500 ml Apfelschorle wenig geistreich ;-) Ein paar trockene Kekse, Banane, Traubenzucker, Salz, Schmerztabletten, Rettungsdecke, Geld und Handy. Eine Garnitur leichte oberwarme Winterwäsche, eine leichte Regenjacke und einen warmen Schal plus paar Socken.
Am Leib hatte ich, ein Funktionsshirt, eine dünne Polarfleecejacke und eine Windstopperjacke, Handschuhe natürlich, Mütze und Schal. Untenrum ... eine kurze Laufhose und darüber die Langlaufhose mit Windschild im Frontbereich, Laufsocken, Trailschuhe mit Gamaschen gegen das Eindringen von Schnee.
Mein Kopf war mit der Ausrüstung zufrieden, ich war mir bewusst dass es kein Spaziergang werden würde, wusste dass ich durchaus nur wenig Handyempfang haben würde. War mir der Achtsamkeit auf den Weg und den Anspruch bewusst, hatte mögliche Zwischenfälle im Geiste durchgespielt und somit fühlte ich mich sicher und motiviert, lächelt*.

Ich lief mich auf knapp 5 Km in der Ebene ein. Von Gutach nach Hausach und von dort an der Burg vorbei nach oben. Es hatte angefangen zu schneien als ich los lief und ich war etwas verhalten als ich den Himmel sah. Es zog sich zu und ich war versucht zu trödeln ... da kam sie die SMS ... "jetzt lauf Mädel". Alle hopp dann lauf ich halt, schmunzelt.... Es lief gut an und bis es an den ersten Aufstieg ging war mir warm und ich war geschmeidig, fröhlich und voller Laufdrang.
Steil ging es rauf aber dafür hatte es aufgehört zu schneien, ich wanderte stramm aufwärts, zum laufen war der Pfad und die Steigung absolut nicht geeignet. Dennoch ich war so unglaublich gut in der Zeit und dem Empfinden, kaum zu bremsen :-D .
Rauf rauf rauf und immer mehr wuchs der Schnee neben mir an, zunächst war der Pfad noch frei aber mit jedem Höhenmeter und es ging auf über 800 rauf wurde der Schnee mehr und mehr. Ohhh wie spürte ich doch meine Waden, Himmel ne war ich lange nicht mehr bergwärts unterwegs, das konnte ja heiter werden. Es war richtig Arbeit mich da hoch zu bringen und um so glücklicher war ich als ich die erste Schutzhütte (Gutacher Hütte) erreicht hatte. Ein herrlicher Blick trotz inzwischen wieder eingesetztem Schneefall. Ich genoss es ohne Gleichen und freute mich so arg. Mir war warm und ich fühlte mich total wohl.
Die Hütte war geöffnet und ich trat ein, dachte trink paar Schlucke und schau ob ich Handyempfang hatte. Kein Empfang, also gut dann halt nicht, ich schrieb ein paar Worte in das Gästebuch und weil mir kalt wurde machte ich mich wieder auf den Weg.
Nun gings erst mal bergab ... runter runter runter, oh weh und mir war frisch, eiskalte Hände trotz Handschuhe :-( . Mit laufen war nix bei dem Schnee :-S ... ich mühte mich, sehnte mich nach dem nächsten Anstieg, in der Hoffnung doch wieder warme Hände zu bekommen.
Ich habe mir noch nie so sehr gewünscht dass es bald wieder rauf geht wie heute!
Es war die Schneegrenze und da endlich gings wieder an den nächsten Anstieg, hurrra ... danke danke danke, dachte ich nur. Dank auch meinen Beinen welche die Steigungen wunderlicher Weise total gut und angemessen leicht wegzustecken schienen, freuuuuu ... !!!!
Rauf auf den nächsten Berg und wieder wurde der Schnee mehr und mehr, noch mehr und kaum mehr war der Pfad zu sehen und schon noch weniger die Beschilderungen, auweia ... wenn das nicht bald genug ist muss ich runter, so komm ich nicht durch :-( .
Ich genoss den Anblick der dick verschneiten Bäume deren Äste zum Teil so tief hingen dass ich darunter durch schleichen musste, lächelt verzückt ... das Ganze hatte so etwas romantisches neben den Schwierigkeiten die es auch noch zu bieten hatte. Schwer waren die Wegweiser zu erkennen und ich musste oft hin und her und schauen wo die Dinger hinzeigen, hach ... Abenteuer eben :-).
Waaaas ist daaaas jetzt sperren die auch noch den Weg, so ein Mist ... "Bitte umgehen sie die Absperrung, Vorsicht Eisschlag" ... uhhhh wer braucht denn so was. Ich also durch die Wildnis, im Tiefschnee und über gefällte Bäume. Manno war das anstrengend. Hoffentlich ist bald wieder ein Weg in Sicht ... :-O :-O :-O  seh ich richtig??? Daaaaas kann doch nicht sein.
Ich bin geschlagene 45 Min. durch den Tiefschnee im Kreis gestiefelt, grrrrr ... und bitterkalt und Wut und Unsicherheit, menno. Wo geht denn der richtige Weg ab, ich musste suchen ... Gott sei dank ich hab ihn gefunden! Erleichterung und dann aber flott weiter.
Ich war so toll in der Zeit gewesen und nun ... Kein Handyempfang und ich wusste nicht mal Wer mich abholt, ob Frank oder seine Eltern. Sicher sie würden warten aber es ärgerte mich dass ich nun so hintendran war und das auch nicht aufholen konnte.
Egal ich konnts nicht ändern also nicht die Laune verderben lassen und so flott wie geht durch die verschneite Landschaft. Ich freute mich über jede Fußspur die ich zu sehen bekam selbst wenns nur Hase oder Reh war. Fußspuren ... menschlich gabs auch und ich dachte beim Anblick darüber nach ob die wohl von einem Winterpilger stammten und wie es ihm ergangen sein muss auf dem Weg.
Nachdem ich wieder einen Berg unten war gings baldig wieder rauf ... rauf rauf rauf und steil, ich hatte zu tun. Wieder wurde der Schnee mehr und mehr, bald war es kaum mehr möglich den Pfad zu erkennen.
Ich kam an eine Kreuzung und entschied mich vom Wanderpfad auf den Radwanderweg zu wechseln, wobei mir da schon wieder klar war dass dies noch eine Zeitzugabe war und bestimmt 2-3 Km mehr bedeutete. Dafür allerdings war der Weg um Längen besser zu belaufen und zu wandern.
Alla hopp ... noch gab es Fahrspuren in denen es gut zu laufen war, leicht ansteigend und es lief gut. Rauf und rauf und ... Mist, keine Fahrspur mehr, so nahm der Schnee mir doch das Tempo und bald konnte ich nur noch wandern. Es hatte einen besonderen Reiz durch den leichten Tiefschnee zu stauben, lächelt und der Genuss wäre noch größer gewesen hätte ich nicht dieses kleine Zeitproblem im Nacken. Ich war mittlerweile 4 Std. unterwegs, hatte nur paar Schlucke Apfelschorle getrunken das wars. Ich nahm mir die Banane und mampfte sie vorsichtshalber, lächelt*. Hunger hatte ich keinen aber ich dachte unter 5 Std. wird das wohl nix und so tat ich halt was in mich, muss ja nicht schaden.
Als ich dann irgendwann an die Straße kam beschloss ich ihr zu folgen denn von Schneelaufen hatte ich wirklich genug. Die Straße war wenig befahren und ich konnte gut laufen, nicht mehr schnell aber doch zumindest laufen. 
So schaffte ich es nach 4.40 die Wilhelmshöhe zu erreichen, mir standen und das gibt es selten, die Tränen vor Stolz und Erleichterung in den Augen. 28 Km und ich hatte nur noch einen Wunsch, rein in die warme Stube und einen lecker Cappuchino und ein feines Stück Kuchen.
Franks Eltern hatten schon auf mich gewartet und sie telefonierten gerade mit Frank und sagten …. „sie ist noch immer nicht da“ Ahhhhh Türe geht auf und ich da reingestapft. Aller Augen sahen auf mich, lächelt*. Hach was war das schön endlich wieder Menschen, lächelt herzlich. Kein Mensch auf knapp 5 Std. boahhh ganz schön einsam war das.
Ich bin sehr stolz und hoffe dass mich morgen kein Muskelkater plagt, Pferdesalbe ist schon eingerieben, lacht.

Nun ist zwei Tage später ... meine Beine leicht und ich durch das Schreiben aufs höchste für den nächsten Lauf motiviert.
Ich liebe diese Art zu laufen, ganz besondere Erlebnisse in mir und um mich herum welche immer wieder dazu führen gar nicht mal die Leistung sondern viel viel mehr das tolle kurzweilig, fröhlich und anregende Erleben zu spüren!
Nun hoffe ich dass euch mein Abenteuer beim Lesen ebenso gefallen hat wie mir, lächelt* …. mit herzlich läuferischem Gruß
Andrea

Auch das kann therapeutisches Laufen sein:
der Pfälzer Berglandtrail wird von mir zusammen mit der Kreisverwaltung Kusel organisiert. 80 begeisterte Läuferinnen und Läufer liefen 2017 beim 4. Pfälzer Berglandtrail an 3 Tagen 125 Kilometer durch das wunderschöne Kuseler Bergland und bezwangen dabei 4.500 Höhenmeter. Ich freue mich auf 2018 mit vielen mittlerweile liebgewonnen Lauffreunden!
                

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Mit dem Pfälzer Bergland zusammen veranstalte ich jedes Frühjahr den Pfälzer Berglandtrail.

 

 

 

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Für die Laufzeitschrift RUNNING schreibe ich als freier Autor Artikel über viele Themen rund ums Laufen.

 

Die Tortour de Ruhr, der längste NonStop Lauf Deutschlands, einer der längsten der Welt. 230 Kilometer von der Mündung der Ruhr in Winterberg bis zur Mündung in den Rhein in Duisburg. Zwei erfolgreiche Teilnahmen (Platz 3 und Platz 7)

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